Ich-Identität, essenzielles Selbst und Beziehungserleben

8. bis 10 Februar 2019

Im psychologischen Verständnis wird der Begriff Identität für das Einzigartige, das Unverwechselbare eines Menschen verwendet. Sie ist der gefühlte ureigene ‚Kern‘ eines Menschen, die als das eigene ‚Selbst‘ erleb-te innere Einheit, die ihm angesichts der wechselnden Anforderungen des Lebens ermöglicht, die Kohärenz und Kontinuität seines Ich in der Welt aufrecht zu erhalten.

Aus entwicklungspsychologischer Sicht entsteht die Ich-Identität eines Menschen in mehreren Schritten und ist gegen Ende der Adoleszenz weitestgehend abgeschlossen. Sie ist das Ergebnis vielfältiger Identifikationsprozesse, mit denen der heranwachsende Mensch sich an sein Umfeld anpasst, dabei seine Erfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen internalisiert und daraus sein Selbstbild formt.

Zunächst entwickelt das Kleinkind durch die Identifikation mit den Haltungen und dem Verhalten der Mutter ein erstes Gefühl für eine eigene Individualität getrennt von der Mutter (primäre Identifikation, frühe Ich-Struktur). Im nächsten Schritt identifiziert sich das heranwachsende Kind in seinem Bestreben, so zu sein wie die Eltern, mit deren Werten, Überzeugungen, Idealen, auch deren Geboten und Verboten wie dem Kampf dagegen (sekundäre Identifikation), und entwickelt auf diese Weise sein Gewissen (Über-Ich). Während das Kind zunächst seinen Selbstwert aus der Zustimmung oder Ablehnung der Mutter ableitet, zieht es ihn jetzt daraus, das ‚Richtige‘ zu tun. Beide Prozesse laufen in der anschließenden Zeit parallel und unter-stützen sich gegenseitig. Im Verlauf der Adoleszenz löst sich der nun Jugendliche zu Teilen von seinen primären und sekundären Identifikationen und ersetzt oder überlagert sie durch sein Ich-Ideal, verändert damit seine bisherige Ich-Struktur und entwickelt sein erstes Identitätserleben als Antwort auf die Frage ‚Wer bin ich?‘.

Während aus psychologischer Sicht Identität das Ergebnis eines auf Identifikation beruhenden Anpassungsprozesses ist, steht in psycho-spirituellen Ansätzen das essenzielle (wahre) Selbst mit seinen Eigenschaften und seinem Potenzial im Mittelpunkt der menschlichen Entwicklung. Im besten aller Entwicklungsszenarien wird das essenzielle Potenzial im Anpassungsprozess entfaltet und essenzielle Qualitäten werden lebendiger Teil der Ich-Identität. Durchweg jedoch geht der Kontakt zur essenziellen Natur beim heranwachsenden Menschen im Prozess seiner Ich- und Identitätsformierung verloren, wodurch er unverbunden mit sich und anderen, in Beziehung unbeseelt und abgeschnitten erscheint.

Im Seminar werden wir uns mit den Eigenschaften unserer Identität und unseres essenziellen Selbst be-schäftigen, wie sie entstehen und welche Wirkung sie haben. Wir werden erforschen, wie unsere Identifikationen und unser essenzielles Selbst unsere Wahrnehmung, unser Denken und Fühlen und unser Verhalten in Beziehungen zu anderen auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Letztendlich werden wir unsere persönlichen Erfahrungen auf die Arbeit mit unseren Klient*innen / Patient*innen beziehen.

Methoden

Die Methoden umfassen Vorträge, Demos, Gruppenarbeit und Selbsterfahrungsübungen. Letztere sollen den Teilnehmern ermöglichen, mit diesen Themen an sich selbst und mit Klienten zu arbeiten.

Zielgruppe

Fachpersonen aus dem medizinischen, pädagogischen, therapeutischen oder beratendem Feld.

Kurstermine und Zeiten

8. bis 10. Februar 2019
Freitag: 15:00 bis 18:00 Uhr 
Samstag: 10:00 bis 18:00 Uhr
Sonntag: 10:00 bis 17:00 Uhr

Veranstaltungsort

Johannes-Schlößl der Pallottiner, Mönchsberg 24, A-5020 Salzburg
Eine grüne Oase im Herzen der Stadt Salzburg.
Nächtigung im Schlößl möglich. (www.johannes-schloessl.at)

Teilnahmegebühr

320.- Euro

Referent

Manfred Fett

MBA, Heilpraktiker für Psychotherapie, Aus- und Weiterbildungen in Verfahren humanistischer Psychologie, kognitiver Psychologie und NLP (Trainer), Somatic Experiencing und NARM. Seit 1982 Arbeit als Berater, Trainer, Coach für Organisationen, eigene psychotherapeutische Praxis in München, Diamond Logos Lehrer (Essenzarbeit), Supervisor für SE und NARM, Mitglied des Lehrerkollegiums von NARM.

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