Abwehrmechanismen, Ich-Entwicklung und Selbstwert

Verleugnung, Projektion und Identifikation in der professionellen Begleitung von Menschen


 27. bis 29. Oktober 2017

Psychologische Abwehrmechanismen sind reflexhafte oder mentale Bewegungen, die gegen als beängstigend erlebte innere Impulse und Motive und gegen als bedrohliche erlebte Anforderungen aus der Umwelt gerichtet sind. Sie haben zwei Aufgaben: sie schützen uns vor dem Erleben überwältigender, angstbesetzter Emotionen und sie schützen die Integration unseres Selbst. Im Vergleich zu Coping Mechanismen sind sie nicht bewusst und dienen auch nicht der Lösung von Konflikten oder Problemen, sie dienen allein der Abwehr von zu schmerzvollen Emotionen und dem Erhalt des Selbstwertes.

Abwehrmechanismen sind essenzieller Bestandteil der Ich-Formierung. Sie entstehen in bestimmten Entwicklungsphasen, beginnend als körperlicher Reflex und vollendet als mentaler Mechanismus, haben dort ihre jeweilige Erscheinungsform und Bedeutung für die Entwicklung des Selbsterlebens. Mit wachsenden kognitiven Fähigkeiten gehen sie unter und ‚frühe‘ werden durch neue ‚reifere‘ Prozesse abgelöst. Bei ungestörter Entwicklung ermöglichen sie in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter Anpassungsbewegungen, die dem jeweiligen Reifegrad entsprechen und innere Balance, Selbstkonzept und Selbstwert erhalten. Stress- und angstbeladene Situationen setzen reife Mechanismen häufig außer Kraft und aktivieren vermehrt ‚unreifes‘ Abwehrverhalten, dass der Lebenssituation nicht gerecht wird und Lebensqualität wie Beziehung deutlich beeinträchtigt.

Bei allen Vorteilen für das innere Gleichgewicht haben Abwehrmechanismen auch Nachteile. Sie begrenzen unsere Wahrnehmung der Realität, sie bestimmen was wir über uns und andere denken und sie steuern unser Handeln. Sie setzen den Rahmen für das was wir sehen, hören und fühlen, welche Eigenschaften wir anderen zuschreiben und in uns verborgen halten, womit wir uns identifizieren und was uns fremd ist. In der Arbeit mit Menschen geben sie uns Hinweise und bieten uns Ansätze für hilfreiche Interventionen mit Blick auf Klienten, aber auch auf uns als deren Begleiter.

Thema des Seminars sind drei Gruppen von Abwehrmechanismen und deren Facetten: (1) Verleugnung als innere Bewegung, mit deren Hilfe wir die Realität unvollständiger wahrnehmen, als sie tatsächlich ist, (2) Projektion als der Prozess, mit dem wir eigene Gedanken, Emotionen und Eigenschaften auf andere auslagern und in uns verneinen und (3) Identifikation als der Vorgang, mit dem wir Haltungen, Überzeugungen, Werte oder Verhaltensweisen anderer übernehmen und damit unser Selbstbild formen.

Wir werden uns mit deren biologischen Ursprüngen und deren psychologischer Entwicklung bekannt machen. Weiterhin werden wir uns damit beschäftigen, wie im Verhalten von Klienten gezeigte Abwehrmechanismen für Interventionen genutzt werden können. Und wir werden erforschen, welche Abwehrmechanismen wir bevorzugt nutzen, wie sie unsere Arbeitsbeziehungen beeinflussen und wie Bewusstsein um diese inneren Bewegungen die Wirksamkeit unserer Arbeit verstärken kann.

Methoden

Die Methoden umfassen Vorträge, Demos, Gruppenarbeit und Selbsterfahrungsübungen. Letztere sollen den Teilnehmern ermöglichen, mit diesen Themen an sich selbst und mit Klienten zu arbeiten.

Zielgruppe

Fachpersonen aus dem medizinischen, pädagogischen, therapeutischen oder beratendem Feld.
Maximal 24 Teilnehmer*innen.

Kurstermine und Zeiten

Freitag 27.10.2017: 15 - 18 Uhr 
Samstag 28.10.2017: 10 - 18 Uhr 
Sonntag 29.10.2017: 10 - 17 Uhr

Veranstaltungsort

Johannes-Schlößl der Pallottiner, Mönchsberg 24, A-5020 Salzburg
Eine grüne Oase im Herzen der Stadt Salzburg.
Nächtigung im Schlößl möglich. (www.johannes-schloessl.at)

Teilnahmegebühr

320.- Euro

Referent

Manfred Fett

MBA, Heilpraktiker für Psychotherapie, Aus- und Weiterbildungen in Verfahren humanistischer Psychologie, kognitiver Psychologie und NLP (Trainer), Somatic Experiencing und NARM. Seit 1982 Arbeit als Berater, Trainer, Coach für Organisationen, eigene psychotherapeutische Praxis in München, Diamond Logos Lehrer (Essenzarbeit), Supervisor für SE und NARM, Mitglied des Lehrerkollegiums von NARM.

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